Best of Austria im Web

Der Austromarkt in Sachen Web- und Internetgeschehen

Noch vor einigen Monaten sagten Experten, dass das Web 2.0 in Österreich noch lange nicht angekommen sei, weil viele Menschen ihren realen Freundeskreis dem virtuellen vorziehen. Mittlerweile besucht jeder zweite Internetnutzer so genannte Online-Communities – und das gleich mehrmals am Tag. Es wird sich mit den Freunden ausgetauscht, Fotos aus dem letzten Urlaub für die Masse bereitgestellt, Beiträge kommentiert und Veranstaltungen erstellt, an denen andere User teilnehmen können. Zu erwähnen sind hier die weltweit bekannten sozialen Netzwerke Facebook und MySpace, aber auch heimische Communities, wie Sms-at, erfreuen sich in Österreich großer Beliebtheit.

 

Der typische Nutzer von Online-Communities in Österreich ist weiblich, jung und hat einen Facebook-Account. Motive der Registrierung bei solchen Plattformen ist meist das Knüpfen von Kontakten und Up-To-Date-Sein.  Die Neugier und die Tatsache, dass es ja jeder macht, sind hinlängliche Motive dafür, dass sich Internetnutzer bei solchen Communities registrieren und sie tagtäglich nutzen. Kaum jemand stößt durch Zufall auf Seiten, wie Facebook oder StudiVz, sondern nennt Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen als Impulsgeber. Die meisten Online-Communities werden für private Zwecke genutzt, wobei in Österreich nicht immer bedenkenlos sämtliche persönliche Daten öffentlich freigegeben werden. Die Privatsphäre ist den Österreichern besonders wichtig, weshalb die meisten Online-Kontakte auch Menschen sind, die Nutzer persönlich kennen.

 

Österreicher, die öfter Online-Communities besuchen und sich rege mit deren Inhalten auseinandersetzen, sind auch im realen Leben häufig wesentlich kontaktfreudiger. Diese Internetplattformen eröffnen viele weitere Informationskanäle und dienen sozusagen als Grundlage realer Freundschaften und Face to Face-Gesprächen. In anderen Ländern werden solche Communities auch häufig genutzt, um Arbeitsplätze zu finden, sich wichtige Connections aufzubauen oder gar den Partner fürs Leben zu finden.

 

Vor einigen Jahren startete in Österreich ein kleiner Machtkampf gegen das mächtige Netzwerk Facebook. Webdesigner und Medienunternehmen versuchten mit heimischen Communities Nutzer zu locken und versuchten mit neuen Features die Neugier zu wecken. Man kritisierte die mangelnde Privatsphäre und Online-Diskriminierungen großer Netzwerke und wollte ein Pendant schaffen, in dem Werte und Toleranz an oberster Stelle stehen. Gegen Facebook und Co hatte man jedoch kaum eine Chance. Seit Kurzem hat sich die Online-Community Noobie in Österreich einen Namen gemacht und bislang Tausende von Usern gewonnen.